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Es war einmal...
... eine schöne Uferregion am Bodensee. Nicht nur zum Wohnen sondern auch als Erholungsquelle liebten Gross und Klein, alle Füchse und Hasen diese Region. Velofahren, Skaten, Wandern, Segeln ... die Seeregion bietet aktiven und gemütlicheren Sportlern sehr viel. Im Vergleich zu vielen anderen Seen gab es hier noch Platz, viel Platz und saubere Luft zum Durchatmen.
Topografisch reizt die Region mit einem schönen Blick vom Säntis über das schwäbische Meer. Auch der Boden gibt sein Bestes. Die besten Äpfel und Erbeeren mit kräftigem Aroma wachsen unter der Sonne der Ostschweiz.
Im Vergleich zu anderen Gebieten der Schweiz bleibt das Bodenseeufer eine Oase mit hoher Lebensqualität. Vom industriellen Standpunkt her, gibt es keine riesigen Konzerne. Flexible Kleinunternehmen agieren in den Märkten.
Doch die Ruhe wird massiv gestört. Der Unruhestifter rollt über Stahlschienen durch das Gelände und erschüttert die Region mit donnerdem Rasseln. Der moderne und teilweise grenzüberschreitende Zug für den Personenverkehr gleitet wie mit Filzpantoffeln über die Gleise. Jedoch der Güterzug, dessen Wert und Nutzen nicht zu leugnen ist, besitzt vergleichsweise ein erhebliches Defizit. Im Unterschied zum leisen Personenzug zwängt sich das Rollgut der Güterwagen mit lautem Krach durch die idyllische Seelandschaft.
Die Ruhe ist gestört. Die Bevölkerung bangt um die Sicherheit. Was passiert, wenn ein Mineralölzug aus den Schienen springt? Was passiert, wenn der akustische Terror die Häuserpreise attackiert? Was passiert, wenn am Seeufer oder im eigenen Garten vor lauter Lärm nicht mehr kommuniziert werden kann? Wie lange duldet das Volk den Krach auch in der Nacht sowie an Sonn- und Ruhetagen? Was passiert, wenn die Bevölkerung um den erholsamen Schlaf gebracht wird? Es liegt ganz bestimmt nicht am Bevölkerungswachstum, dass so viel mehr Güterzüge die Gegend verunsichern. Die Region wird missbraucht und die Bevölkerung wird irregeführt. Die Seelinie wurde für den Personenverkehr optimiert. Plötzlich werden aber auch Gefahrengüter rund um die Uhr transportiert. Technischer Fortschritt wird zu Lasten der Lärmemission nicht ausgenutzt. Der Güterzug fährt in der Nacht, am Samstag und am Sonntag. Was Gesetze für Strasse und Luft verbieten, darf die Bahn ohne Rücksicht auf andere. Wer wagt heute schon den Rasenmäher am Sonntag zu betreiben? Dieser wäre sicher leiser als der Güterzug, der auch am Sonntag fährt? Es ist Zeit, dass der Güterzug gerechte und moderne Rahmenparameter erhält genau wie andere Transportmittel. Die Technik muss dem Menschen nutzen. Transporttechnik darf nicht die Lebensqualität der Bevölkerung beeinträchtigen.
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